Slowakei #1 Anreise und ein paar Stunden in Prag

17:32:00

Ahoj!
Die Slowakei ist wohl ein Land in das ich wahrscheinlich nie gereist wäre, wenn ich meine Freundin und Mitbewohnerin nicht kennengelernt hätte. Am Anfang äußerte ich nicht ganz so ernst, dass ich sie ja einmal in ihre Heimat begleiten könnte. Aber mit der Zeit rückten meine Semesterferien immer näher und die Idee verfestigte sich bei mir. Gleichzeitig ist die Slowakei ein recht günstiges Reiseziel, nicht nur weil die Preise größtenteils geringer als in Deutschland sind, sondern auch weil man kein Geld wechseln muss, da dort ebenfalls mit dem Euro bezahlt wird.

Filip, ich und Viktória in Prag!
Am 05. September 2016 starteten wir unsere Reise mit dem Zug. Vorerst ging es mit der Deutschen Bahn von Freiberg über Dresden nach Prag für 19 € pro Person in 3,5 Std. Wir kamen gegen 17:30 Uhr in Prag an und unser Anschlusszug ging erst 21:46 Uhr, weil wir dort noch Viktórias besten Freund Filip treffen wollten. Er studiert dort Medizin und hat mit ihr gemeinsam die Oberschule in Poprad besucht.

Am Hauptbahnhof Prag hat man die Möglichkeit sein Gepäck gegen kleines Geld in Spinde einzuschließen. Um in der Stadt eine kleine Runde zu drehen ist das eine gute Idee, da man dann nicht so schwer schleppen muss. Also habe ich aus meinem Rucksack die kleine Umhängetasche rausgeholt und schon konnte es los gehen. Das Schließfach kostete uns 80 Kronen ~ 2,90 €.

Größenvergleich: Schließfach/wir.
Filips bester Satz war an diesem Tag: "I live in this City, so I don't know a fuck about it!" Er zeigte uns einige Plätze, aber viel erklären konnte er auch nicht. Aber es ging uns auch nicht so darum die Stadt kennenzulernen, dazu war die Zeit auch ein wenig knapp bemessen. So setzten wir uns nach einer kleinen Runde in Filips Lieblingsbar und tranken ein Bier. Leider gab es dort nichts zu essen und so zogen wir dann weiter, weil wir Hunger bekamen.
Reiseführer Filip erklärt, dass er nicht über dieses Gebäude im Hintergrund weiß. Es handelt sich hier um die Staatsoper.
Václavské náměstí

Nicht nur die Pose passt gut zusammen, sondern auch unsere Schuhe. Im Hintergrund zu sehen: das Denkmal 'Pomník svatého Václava'.

Nachdem wir uns gegen Fast-Food entscheiden hatten entdeckten wir das 'Caffe Milani'. Das war schon eher ein feineres Café/Restaurant. Zumindest kam uns das Personal und die Kunden so vor. Kostenloses Leitungswasser wollten sie uns nicht ausschenken, dafür bekamen wir für 80 Kronen zwei Karafa Velka (Wasser mit Orange, Zitrone und Limette). Bestellt haben wir zu dritt eine Pizza Quattro Formaggi 145 Kronen und einen Kurecí Burger 169 Kronen. Das Hühnchen auf dem Burger hatte keine Panade und war richtig trocken, das fand ich etwas überraschend, da ich eine bessere Qualität erwartet hatte, wo doch so viele gut gekleidete Leute in dem Lokal saßen und auch die Innenausstattung hochwertig aussah. Umgerechnet hat uns das Essen dort 14,50 € gekostet, was ich recht günstig finde, allerdings meinte Filip, das es schon etwas teurer gewesen wäre.

Eine hungrige Vika!

Wir trinken ganz spektakuläres Wasser! Whoop whoop!
Um 21:46 Uhr ging es dann weiter mit dem RegioJet Richtung Košice. Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Schließfach und am Gleis standen schon unglaublich viele Menschen! Ich fragte mich ob all diese Menschen in den Zug passen würden. Für Viktória war das nichts neues, für mich Landei aus Thüringen, wo ab 17 Uhr kein Bus mehr in die Stadt fährt, war das doch etwas außergewöhnlich. Außerdem kostete uns das Ticket von Prag nach Poprad nur 10€ pro Person. Gebucht hatten wir jeweils einen Sitzplatz in einem Sechser-Zugabteil. Bezeichnet wird das als "Standard". Trotzdessen am Gleis so viele eingestiegen waren waren wir nur zu viert im Abteil. Vika hat sich mit den beiden Frauen so unterhalten, als ob sie sich schon längere Zeit kennen würden und ich saß doof daneben und habe nix verstanden. Ich bekam den Eindruck, dass die Slowaken recht kontaktfreudig sind, da die Reisenden in deutschen Zügen doch eher ruhig sind und in ihr Buch oder ihr Tablet schauen.

Als ich noch zuhause am Sachen packen war, kam mir die Idee eine DVD für unterwegs mitzunehmen, da wir ja die ganze Nacht unterwegs sein würden und ich nicht wusste ob ich überhaupt einschlafen könnte. Im Zug haben wir dann nur etwa 45 Minuten durchgehalten bis wir wirklich sehr müde waren. Das Licht in unserem Abteil war auch schon längst aus und so legte ich mich über 2 Sitze und Vika schlief im sitzen neben mir. Richtig fest habe ich nicht geschlafen, aber ich bin Vika sehr dankbar dafür gewesen, dass ich im liegen durfte, weil es mir unglaublich schwer fällt im sitzen einzuschlafen. Auf meiner 13 stündigen Rückreise von Straßburg nach Chemnitz habe ich es geschafft nur eine halbe Stunde zu dösen, deshalb hatte ich die Befürchtung auf der Zugfahrt kein Auge zuzubekommen. Aus diesem Gesichtspunkt hatte ich schon mal Glück, auch wenn ich nicht sonderlich tief geschlafen habe.

Mein Sitzplatz im Abteil. Als Frühstück bekommt man ein Croissant kostenlos. 
Ich kann die Reise mit RegioJet nur sehr empfehlen. Es ist nicht nur günstig damit zu fahren, auch das Essen dort ist spottbillig und lecker sowie der Service und die Sauberkeit waren absolute Spitzenklasse!

Um 5:30 Uhr in Poprad angekommen regnete es in Strömen und statt mit dem Bus zu fahren entschied Vika kurzerhand ein Taxi zu nehmen. Wir fuhren etwa eine halbe Stunde nach Liptovská Teplička, ein etwa 25 km entferntes Dorf gelegen am nördlichen Rand der Niederen Tatra. Bei Viktorias Zuhause angekommen begrüßte uns ihre Mutter mit einem Tee und gegen 7 Uhr gingen wir dann nochmal ein wenig schlafen.

Was mich nach dem Aufwachen und in den nächsten Tagen erwartete erfährst du dann beim nächsten mal.
Čau mit Au,
Nyra.

You Might Also Like

0 Kommentare

Powered by Blogger.